Selbstgemachter Apfelrotkohl schmeckt so viel besser als aus dem Glas – fruchtig, leicht süß-säuerlich und mit feinen Wintergewürzen. Mit diesem Rotkohl Rezept gelingt er dir garantiert, und vorkochen kannst du ihn auch.
Ob du ihn Rotkohl, Rotkraut oder (wie in Bayern und Österreich) Blaukraut nennst: Zu Rinderrouladen, Braten oder Gans gehört er für mich einfach dazu. Und das Beste: Rotkohl selber machen ist ganz einfach – nur ein bisschen Schnippelarbeit, den Rest erledigt der Topf.
Ich schmore den Kohl mit Zwiebel, säuerlichen Äpfeln, Apfelsaft, etwas Essig und Johannisbeergelee. Lorbeer, Nelken und ein Stück Zimt geben den typischen Weihnachtsduft. Weil Rotkohl beim Aufwärmen sogar noch besser wird, koche ich ihn im Dezember gern in großer Menge vor und friere ihn ein.
Warum dieser Apfelrotkohl so aromatisch wird
Die Säure ist entscheidend: Essig und Äpfel halten die schöne violett-rote Farbe und geben Frische. Johannisbeergelee bringt Süße und Glanz. Und die Gewürze im Teebeutel oder Tee-Ei lassen sich am Ende ganz einfach herausnehmen – niemand beißt auf eine Nelke. Wenn du Zeit hast, mariniere den geschnittenen Kohl über Nacht mit Essig, Saft und Zucker, dann wird er noch zarter.
Rotkohl ist der perfekte Partner für meine Rinderrouladen, den Sauerbraten und das Rindergulasch. Dazu gehört eine gute Bratensoße – oder für die vegane Festtafel die vegane Bratensoße mit Semmelknödeln.
Zutaten für 4 Portionen
- 1 kleiner Rotkohl (ca. 1 kg)
- 2 säuerliche Äpfel (z. B. Boskoop oder Elstar, ca. 300 g)
- 1 Zwiebel (ca. 100 g)
- 2 EL Butter, Schmalz oder Rapsöl
- 1–2 EL Zucker
- 200 ml naturtrüber Apfelsaft
- 100 ml Wasser oder Gemüsebrühe
- 3 EL Rotweinessig oder Apfelessig
- 2 EL Johannisbeergelee (oder Preiselbeeren)
- 2 Lorbeerblätter
- 3 Gewürznelken
- 1 kleine Zimtstange
- 1 TL Salz, Pfeffer
Tipp: Rotkohl färbt stark – trag beim Schneiden am besten Einweghandschuhe und nimm ein Brett, das Farbe verträgt.
Zubereitung – Schritt für Schritt
- Rotkohl vorbereiten. Entferne die äußeren Blätter, viertle den Kohl und schneide den harten Strunk heraus. Hoble oder schneide die Viertel in feine Streifen (ca. 2–3 mm).
- Zwiebel und Äpfel schneiden. Schäle die Zwiebel und würfle sie fein. Schäle die Äpfel, entferne das Kerngehäuse und schneide sie in kleine Würfel oder Spalten.
- Anschwitzen und karamellisieren. Erhitze die Butter in einem großen Topf. Dünste die Zwiebel 3 Minuten glasig an, streue den Zucker darüber und lass ihn leicht karamellisieren. Gib den Rotkohl dazu und dünste ihn unter Rühren 5 Minuten an.
- Ablöschen und würzen. Lösche mit Apfelsaft, Wasser und Essig ab. Gib die Äpfel, Salz und die Gewürze (Lorbeer, Nelken und Zimt, am besten in einem Tee-Ei) dazu und rühre alles gut um.
- Schmoren. Lass den Rotkohl mit Deckel bei kleiner Hitze 50–60 Minuten schmoren, bis er weich ist, aber noch etwas Biss hat. Rühre gelegentlich um und gib bei Bedarf einen Schuss Wasser dazu.
- Abschmecken. Entferne die Gewürze. Rühre das Johannisbeergelee unter und schmecke mit Salz, Pfeffer, Zucker und Essig süß-säuerlich ab. Wer den Rotkohl sämiger mag, bindet ihn mit 1 TL angerührter Speisestärke.
Rotkohl einfrieren und vorkochen
Rotkohl ist der ideale Vorkoch-Kandidat für Weihnachten. Lass ihn vollständig abkühlen und fülle ihn portionsweise in Gefrierbeutel oder Dosen – mit etwas Kochflüssigkeit, damit er saftig bleibt. Flach eingefroren hält er bis zu 6 Monate und taut schnell auf. Im Kühlschrank über Nacht auftauen und im Topf mit einem Schuss Apfelsaft langsam erhitzen, eventuell noch einmal mit Essig und Gelee abschmecken.
Tipps für das perfekte Ergebnis
- Farbe erhalten: Säure (Essig, Äpfel) gleich zu Beginn zugeben – so bleibt der Kohl schön rot statt bläulich.
- Über Nacht marinieren: Geschnittenen Kohl mit Essig, Saft und Zucker über Nacht ziehen lassen – er wird zarter und aromatischer.
- Nicht zu weich kochen: Nach 50 Minuten probieren; ein bisschen Biss ist perfekt.
- Gewürze im Tee-Ei: So findest du Nelken und Zimt am Ende sicher wieder.
Variationen
- Mit Rotwein: Ersetze das Wasser durch 100 ml Rotwein – kräftiger und festlicher.
- Mit Orange: Abrieb und Saft einer Bio-Orange machen den Rotkohl weihnachtlich frisch.
- Mit Preiselbeeren: Statt Johannisbeergelee 2 EL Preiselbeeren – ideal zu Wild.
- Vegan: Mit Rapsöl statt Butter ist der Rotkohl komplett vegan – perfekt zur veganen Bratensoße.
Aufbewahren & Einfrieren
Im Kühlschrank hält der Apfelrotkohl gut verschlossen 4–5 Tage und schmeckt am zweiten Tag sogar noch besser. Eingefroren hält er bis zu 6 Monate (siehe oben). Zum Aufwärmen langsam im Topf erhitzen und bei Bedarf etwas Flüssigkeit zugeben.
Serviervorschlag
Zu Rouladen, Sauerbraten, Gänse- oder Entenbraten mit Knödeln und viel Bratensoße.



